DIE WOLKE !

Irene01_fileminimizer

Nachdenkliche gesichter in ouagadougou. die reisegruppe aus burkina faso war auf platz 42 der warteliste. trotz intervention des französischen botschafters und einiger anderer kniffe, gab es sehr wichtige entwicklungshelfer, die burkina faso noch vor der musiker-,darsteller-,mitspielgruppe (9 personen) unmittelbar verlassen mußten. alles in ordnung rief leo, der die gruppe als englischsprechender burkinabe begleitet und gleichzeitig auch mit einer HD kamera begleitet, um aus dem material seinen blick auf die sache zu zeigen. wie schon gesagt, und auch von mir im radialsystem vorgeführt!, bestehen 95 % aller informationen über den afrikanischen kontinent von weißnasen. zum glück war francis selber anwesend. somit konnte er genau dort intervenieren, wo die weißnase schlingensief wieder ihren st.martinsmantel ausgepackt hatte. nun aber zurück nach ouaga. die reisegruppe ist nervös. für 5 von ihnen bedeutet es das erste mal: raus aus brukina faso, raus aus dem afrikanischen kontinent, rein in die eruopäische zuckerbude. ich kann gar nicht sagen, was ich gerade mitfieber. mal abgesehen von ständigem lampenfieber, sehe und höre ich katharina, johanna und lisa, die zusammen mit celina und amelie mit allen mitteln versuchen, die gruppe nach berlin zu schaffen. gestern wäre ein flug gegangen: 1 uhr nachts… dann nach 2 zwischenlandungen, landung um 12 uhr in madrid, von dort mit dem bus nach lyon und von dort weitere 10 stunden nach berlin… falls es die tachonadel überhaupt zuläßt. völlig illusorisch also…. da kommen dann keine menschen mehr an, sondern buspakete… fertig, am ende…. wenn man alleine die psychische belastung sieht. so eine reise, fliegen, dann neue länder, bus, rumgerenne, und nach frankreich auch noch sprachverlust. zum glück war die probe gestern aber schon so effektiv und interessant, das ich jetzt erstmal von freitag ausgehe. freitag… das wäre schon knapp für die sowieso schon knappe probenzeit, aber immerhin… freitag ankunft der gruppe… das wäre super ! — aber auch unserer mannschaft hier vor ort gehts nicht gut. bühnenbildner thomas goerge liegt mit choleraverdacht im münchner krankenhaus und unser tonmann dave hat in der letzten woche 10 kilo abgenommen…. auch cholera? … beim letzten besuch hatten fast alle, außer 4 personen (zum glück waren aino und ich unter den gesund-gebliebenen), extreme bauch- und darmprobleme….. aber wer hatte das noch nicht?… gerade in den echten afrikanischen ländern, wenn ich die mal so nennen darf, wo die hitze, der wassermangel, hunger und andere probleme an der tagesordnung sind, klappen die magenwände schnell ineinander, wenn da milliarden von fremdartigen, hitzebegeisterten bakterien durch die steilwände gluckern. … also drücken wir allen die daumen… aber strenggenommen muß ich sagen, finde ich die derartige situation sogar richtig schön! kein flugzeug am himmel… allein der gedanke… diese reinheit… fehlende vibrationen, die der vulkan sicher auf andere art wieder in die große melodie mit eeinfliessen läßt, aber endlich mal begrenzung und erkenntnis, das es noch immer und gott sei dank dinge gibt, die uns aufhalten und komplett begrenzen können… und eben nicht nur von menschen gemachte dinge ! also ich finde es gut, auch wenn die probenzeit am ende leidet, aber es sind menschen aus burkina faso, und die sind so kräftig, dass ich mir da wensentlich weniger sorgen mache, als müßte ich jetzt mit sozusagen hochsensiblen europäischen darstellerlein arbeiten… die soviel fühlen…. so wahnsinnig vieeeeeelllllll fühlen….. uhhhhhhhh……… soviele gefühle haben die…. toll! … in diesem sinne… CS …(das foto zeigt unser letztes treffen vor der abfahrt… zusammen mit irene). (foto: aino laberenz)

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One thought on “DIE WOLKE !

  1. euroäische darsteller sind hochsensibel und haben so wahnsinnig viele gefühle oder überhaupt die europäer an sich, die haben doch so empfindsame und hypochondrische naturen, die hören doch schon eine fliege husten oder das gras wachsen. andererseits sind sie merkwürdig dickwandig und durch leid und unglück, das sie nicht unmittelbar betrifft, sondern irgendwo bei irgendwem anders weit weg stattfindet, überraschend unberührt.außer es lässt sich als charity event oder social sponsoring selbstaufwertend verwenden und es kann eine spendenquittung ausgestellt werden. dann ist niemand spendabler als die deutschen europäer, wa.aber herr schlingensief, ihr durchhaltevermögen, ihre arbeit und leidenschaft in burkina faso und auch vor ort mit den künstlern und schauspielern ist bewundernswert und ihr team wohl ebenso, die das alles mitmachen und am laufen halten.leben sie alle wohl, froh und lustig auf afrikanischen europäischen pfaden und mit rotem faden, das wünscht ihnen ihrvunny, ein bewunderer und platoniker

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